Zwierlein-Diehl, AGWien III on PP-2428 (full-text excerpt)
E. Zwierlein-Diehl, Die antiken Gemmen des Kunsthistorischen Museums in Wien III (München, 1991), 154, no. 2185.

Inv. IX B 1193. Dunkelgrüner Jaspis. Form wohl 8. In moderner Goldfassung als Ring. 1818 in Volterra durch A. Steinbüchel erworben. Beschr. 1816 II 104, 666b (Nachtrag). SK. 448 Nr. 1193.
 
1,44 x 1,29 (si.O.) x 0,33
2. Jh. n. Chr.

Harpokrates in der Sonnenbarke. Ein Papyrusboot, auf dessen Enden gekrönte Vögel sitzen, links wohl der Horusfalke. Im Boot sitzt Harpokrates mit Geißel und zum Mund erhobener Hand (AR) auf der Lotusblüte. Vor ihm steht adorierend der ithyphallische Pavian (Cynocephalus) des Toth mit Scheibe auf dem Haupt.

Publ.: Erwähnt: Wortmann, Nilflut 99 Anm. 262. Zazoff in AGD. III Kassel zu Nr. 146.

Vgl.: Bonner Nr. 200 /PP-1394/–202 /PP-1395/. Zazoff, HdArch. 358 Anm. 55 Taf. 112, 6. Philipp Nr. 100 /PP-2074/–102 /PP-2076/ (Nr. 100 /PP-2074/ scheint identisch mit: Macarius – Chifletius Taf. 14, 59 /PP-2766/, dort ist als Besitzer Erzherzog Leopold Wilhelm genannt). Numismatic Art and Ancient Coins (Zürich) Cat. 6, Nr. 73, Rückseite: Σαλβαναχαμβρη, eine Anrufung des Sonnengottes, s. u. zu Nr. 2246 /PP-2490/. Zu der bei diesem Harpokratestypus häufiger auftretenden Erscheinung, daß der Abdruck seitenrichtig, d. h. dort die rechte Hand zum Mund erhoben ist: Philipp 11f. Sijpesteijn, BABesch. 50, 1975, 272f. Nr. 1 Abb. 16. Ähnlich: hier Nr. 2184 /PP-2427/. Zur Deutung: Wortmann, Nilflut 99f.: Der Pavian huldigt dem jungen Sonnengott; ferner die oben erwähnte Rückseiteninschrift. Das Material der Gemmen ist meist Heliotrop oder grüner Jaspis, zur Verbindung dieser Steinsorten mit Sol vgl. hier II Nr. 1258. Zur Sonnen- oder Mondscheibe auf dem Haupt des Pavians: Philipp zu Nr. 100 /PP-2074/.
 

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