Michel, BM on PP-922 (full-text excerpt)
S. Michel, Die magischen Gemmen im Britischen Museum. London, 2001, 327–328, no. 563.
Lapislazuli, schwach poliert. Skarabäus mit ausgebreiteten Flügeln. Gut erhalten. Längs durchbohrt.
1,6 x 3,3 x 1,2
3. Jh.n.Chr.
Von R. J. Hay, Esq. (1868).
Brit. Mus. Inv. G 277, EA 56277.
Vs.: Skarabäus mit ausgebreiteten Flügeln, beide Flügelpaare mit Rautenmuster und gestrichelt-gewelltem Rand versehen, zusätzlich geben parallele Längskerben auf dem Rücken Deckflügel an. Elytren sind durch eine senkrechte Linie getrennt, der Thorax mit einer waagerechten abgesetzt. Naturgetreu sind am Kopf Augen und Kopfschild dargestellt sowie die der Kopfform angepaßten „Schienen” der vorderen Extremitäten mit den Außenrandzähnen. Der Käfer ist auf eine rechteckige, hochformatige Inschriftenplatte als Basis gesetzt.
Rs.: Inschriftenplatte mit Inschrift in acht Reihen:
ΚΘEΝTEΒ
ΕΡΝEΧΥPT
OYOΠPCTY
ΦΧΨΟYEC
ΒEΡIΝIOΜΕ
ΓACEΝΟΥΡΑ
NWAMHN
ΑΜΗΝ
Reihe 3 und 4 enthält in alphabetischer Reihenfolge die Buchstaben Ο-Ψ, in Reihe 5-8 ist zu lesen: ὁ μέγας ἐν οὐῷρανῷ, ἀμὴν, ἀμήν, „der Mächtige (Große) im Himmel, Amen, Amen”.
Bonner verweist darauf, daß μέγας ἐν οὐῷρανῷ biblisch klänge und an Psalm 108,4 erinnere: μέγα ἐπάνω τῶν οὐρανῶν τὸ ἔλεός σον.
Auf dem Käferflügel links daneben Inschrift in drei Reihen:
ΑΒΛA
ΝΑΘΑ
ΝΑΛΒΑ
→Ablanathanalba-Palindrom
Auf dem Käferflügel rechts Inschrift in vier Reihen:
ΑΚΡΑ
ΜΜΑ
ΧΑΜΑ
PE
→Akrammachamarei
Die Manier der ausgebreiteten Flügel mit ornamentierten Elytrendecken mutet eher orientalisch als ägyptisch an.
Publ.: BONNER 10 Anm.32, 39 Anm.78, 238 Anm.31; BONNER, BRITMUS 333 Taf. 98, 48 /PP-922/.
Lit.: Zur Inschrift: ΒONNER 116, 154, 191, 201; BARB, AMULETS 13 Anm.80; WORTMANN, TEXTE 74; hier 249 /PP-647/(Lit.).
Vgl.: Zu liturgischen Fragmenten, Psalmen u.ä. auf magischen Gemmen: 249 /PP-647/(Vgl.), 327 /PP-713/.